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Unterstützung und Entlastung

Die Begleitung und Betreuung eines demenzkranken Menschen wird mit dem Fortschreiten der Krankheit immer anstrengender. Mit zunehmendem Einsatz nimmt die Belastbarkeit der pflegenden Angehörigen ab und es wird immer wichtiger und dringender, sich nach Unterstützungs- und Entlastungsangeboten umzusehen.  

 

Viele pflegende Angehörige wagen kaum, nach Entlastung zu fragen. Sie meinen, dies sei ein Zeichen des Versagens in ihrer Pflicht. Oder sie sind sich nicht sicher, dass die Betreuung dann wirklich in guten Händen ist. Häufig scheuen sie den Aufwand, neue Personen einzuführen, und sie fürchten auch die zusätzliche Verwirrung der erkrankten Person. 

 

Unser Rat: Wagen Sie es, Entlastung anzunehmen. So können Sie gravierende Konsequenzen der Erschöpfung vermeiden. Denn damit wäre auch dem demenzkranken Menschen nicht geholfen. Die Erfahrung zeigt: Entlastung ist für alle Beteiligten ein Gewinn!

 

In einem ersten Schritt kann die Entlastung auch aus der Familie kommen. Wichtig ist sicher, mit allen Familienangehörigen zusammen nach Lösungen zu suchen. Wenn die familiären Möglichkeiten ausgeschöpft sind, gibt es zahlreiche andere Entlastungs- und Unterstützungsangebote. Informationen dazu finden Sie in unseren Infoblättern, wertvolle Hinweise und Adressen zu diesem Thema stehen im Menü Angebote.

 

Entlastung zu Hause

Eine speziell ausgebildete Betreuungsperson kommt zu einer demenzkranken Person nach Hause, um sie in ihren täglichen Aktivitäten zu unterstützen. Es handelt sich dabei um eine «Eins-zu-Eins-Betreuung» durch dieselbe Person, über einen längeren Zeitraum hinweg. 
Mit der Entlastung sind folgende Ziele verbunden:

 

- Erhalt von Fähigkeiten und Fertigkeiten der Menschen mit Demenz

- Erhalt der Lebensqualität von Menschen mit Demenz

- Entlastung und Erholung für die betreuenden Angehörigen, und damit verbunden freie Zeit für sich

- Erste Erfahrungen für die Angehörigen und den an Demenz Erkrankten mit einer Fremdbetreuung

- Regelmässige Erholung der pflegenden Angehörigen. Sie soll eine Überforderung verhindern und eine längerfristige Pflege zu Hause ermöglichen.

 

Partner in der Betreuung

Durch den Einbezug einer Betreuungsperson erhalten pflegende Angehörige eine Partnerin/einen Partner in der Betreuungsaufgabe. So können sie Erfahrungen reflektieren und die Verantwortung teilen. Das Entlastungsangebot richtet sich nach den Wünschen der Menschen mit Demenz und deren Angehörigen. Die Bedürfnisse sind sehr unterschiedlich. Daraus können für die Betreuung und Begleitung unterschiedliche Aufgaben entstehen. Mehrere kantonale Sektionen der Alzheimervereinigung organisieren einen Entlastungsdienst zu Hause, einen Besuchsdienst oder eine Spazierbegleitung.

 

Alzheimerferien: Entlastung ohne Trennung

Die Alzheimerferien stehen unter dem Motto „Entlastung ohne Trennung“: Zehn demenzkranke Personen und ihre Partnerinnen und Partner (Ehepartner, Lebenspartner, Kinder, Schwiegerkinder usw) erleben gemeinsam eine Woche Ferien. Die Angehörigen werden in dieser Woche von zehn freiwilligen Helferinnen und Helfern bei der Betreuung entlastet, damit die Ferien für sie wirklich zur Erholung werden. Da sich alle Teilnehmenden in einer ähnlichen Situation befinden, ergibt sich in der Regel ein fruchtbarer Gedankenaustausch.