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Susanne Hesse  : An der Wand kann man nicht nähen 

Pro Talk Verlag, 2016

 

Und auf einmal kann ihr die Mutter keine Auskunft mehr geben. Damals ist die Mutter von Susanne Hesse 82; was auf die beiden zukommt, ist kein Einzelfall.
Allein in Deutschland beträgt die Zahl der Demenzkranken etwa 1,5 Millionen und doch gibt es keinen Fall, der dem anderen gleicht. Wer ihre Mutter gewesen ist, dass es auch in der Krankheit heitere Zeiten gab und solche, in denen sich die Tochter auf der Toilette einschloss und hoffte, ihre Tränen blieben unbemerkt, beschreibt Susanne Hesse mit großer Zärtlichkeit und spendet neben praktischen Hilfestellungen und viel Faktenwissen auch Mut.

 



 

Michael Schmieder : Dement aber nicht bescheuert: Für einen neuen Umgang mit Demenzkranken

Ullstein Verlag, 2015

  

Worum geht es? Demenzkranke wollen als Menschen wahrgenommen werden. Aber wir "Gesunden" können nicht ertragen, einen geliebten Angehörigen ins Vergessen gleiten zu sehen - wir therapieren, beschäftigen und medikamentieren, damit wir uns nicht hilflos fühlen. Doch hilft das den Dementen? Nein, im Gegenteil. Die Kranken möchten in ihrem So-Sein angenommen werden. Dafür plädiert Michael Schmieder, und dieses Konzept praktiziert er im Pflegeheim Sonnweid - mit beeindruckendem Erfolg.

 



 

Helga Rohra :Ja zum Leben trotz Demenz ! Warum ich kämpfe

Medhochzwei Verlag, 2016 

 

Unter den Demenzaktivisten gibt es weltweit nur zwei Publizisten. Helga Rohra ist eine von ihnen. Sie kämpft auf jährlich bis zu 100 Veranstaltungen und mit ihrem Verein Trotzdemenz e.V. für eine neue Sichtweise auf Menschen mit Demenz. Für ihre Arbeit wurde sie 2014 mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet und 2015 zur Botschafterin für internationales Engagement ernannt. Ich möchte Sie berühren und nicht nur informieren - so beginnt Helga Rohra meist ihre Vorträge, und das gelingt ihr auch. In ihrem neuen Buch Ja zum Leben trotz Demenz! gewährt Rohra einen seltenen Einblick in die Welt eines Menschen mit diagnostizierter Demenz. Sie erzählt auf packende Art und Weise, wie sie tagtäglich mit der Demenz lebt und trotz der Schwierigkeiten daraus sogar gestärkt hervor geht.

 



 

Franz Inauen : Demenz- Eins nach dem anderen : Texte und Zeichnungen eines Menschen mit Demenz 

Hogrefe, 2016 

 

Seine Ängste, Erfahrungen, Hoffnungen und Wut schreibend, dichtend und zeichnend. Ergebnis ist ein Werk mit 85 Bildern und Texten. Ergänzt werden diese durch Entstehungsgeschichten rund um die Bilder und Texte des Autors, ein Interview mit Franz Inauen sowie Gedanken seiner Frau und seines Arbeitgebers. Ein ausführlicher Anhang verweist auf weiterführende Adressen, Literatur und Links. „Eins nach dem anderen" - der Demenz schreibend und zeichnend zu Leibe rücken. „Ich wollte was sagen, aber die Worte kamen nicht.

 



 

Kathrin Feldhaus, Margarethe Mehring-Fuchs. Veronika Stiftung:  :  Wenn der Kopf hinausgeht, ganz weit fort. - Wie Menschen mit Demenz das Leben sehen

Patmos Verlag, 2. Aufl. 2016

 

Über Demenz wird viel diskutiert und publiziert - die Betroffenen bleiben dabei meist im Hintergrund. Wie Demenz aus der Perspektive der Betroffenen aussieht, darum geht es in diesem Buch. Denn die Autorinnen fördern im engen Dialog mit an Demenz erkrankten Menschen deren Sicht auf das Leben und ihre Jetzt-Lebenswelt zutage. Das Buch erzählt authentisch von Begegnungen mit starken Persönlichkeiten - von der Puppensammlerin bis zum Philosophen, der eigentlich Maschinenbauer war. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht der Verlust, sondern das, was man gewinnt, wenn man sich in die Welt von Menschen mit Demenz begibt und dabei die eigenen Vorstellungen von Normalität und Kommunikation über Bord wirft. Denn auch, wenn das eigene Leben und die Persönlichkeit fragmentarisch werden, laut oder still verschwinden, bleiben entwaffnende Ehrlichkeit, Humor und vor allem tiefe Gefühle.

 



 

Bettina Tietjen : Unter Tränen gelacht - Mein Vater, die Demenz und ich

Piper Verlag, 2015 

 

In diesem sehr persönlichen Buch erzählt Bettina Tietjen von der Demenzerkrankung ihres Vaters, vom ersten »Tüdeln« bis zur totalen Orientierungslosigkeit. Offen und liebevoll beschreibt sie die Achterbahn ihrer Gefühle, einen geliebten Menschen zu verlieren, aber auch ganz neu kennenzulernen, und die vielen komischen Momente, in denen sie trotz allem herzhaft zusammen lachen konnten. Bettina Tietjen musste lernen, dass Demenz ein Zustand ist, der ganz allmählich von einem vertrauten Menschen Besitz ergreift. Zuerst merkt man es nicht, dann will man es nicht wahrhaben. Schließlich muss man lernen, es zu akzeptieren. Denn trotz aller Herausforderungen ist Bettina Tietjen überzeugt: Demenz ist nicht nur zum Heulen, sondern kann auch Denkanstoß und Kraftquell sein.