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Nationale Demenzstrategie

Bund und Kantone haben am 21.November 2013 die nationale Demenzstrategie 2014-2017 verabschiedet. Die Schweizerische Alzheimervereinigung beurteilt die Demenzstrategie in ihren Grundzügen als positiv. Sie zeigt den Handlungsbedarf gut auf und definiert wichtige Ziele. Viel hängt nun davon ab, ob die Kantone die Strategie konsequent umsetzen und welche Prioritäten gesetzt werden.


Die nationale Demenzstrategie ist ein ambitioniertes Projekt. Es braucht deshalb klare Prioritäten und Termine, die Kräfte sind zu bündeln und dürfen nicht verzettelt werden. Aus Sicht der Schweizerischen Alzheimervereinigung stehen folgende Punkte im Vordergrund:

  • Zugang zu Information und Beratung
    Betroffene und Nahestehende sollen Zugang haben zu einer umfassenden Information und individuellen Beratung. Dieser Punkt der Strategie ist zentral, da es sich um eine „Begleitung von Anfang an“ handelt. Sie ermöglicht es, Situationen zu vermeiden, die negative und häufig teure Konsequenzen für alle Beteiligten haben. Das Pilotprojekt „Zugehende Beratung“ der Alzheimervereinigung Aargau zielt in diese Richtung, die ersten Ergebnisse sind vielversprechend.[nbsp
  • Koordination der Leistungen
    Die Leistungen der medizinische Grundversorgung (Früherkennung, Diagnostik, Therapie, Betreuung und Pflege) müssen bedarfsgerecht sein und unbedingt stärker koordiniert werden. Dieses sogenannte Case Management sollte auch die Krisenintervention zu Hause umfassen. Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sind konsequent miteinzubeziehen. 
  • Wissen und Bildung
    Für eine demenzgerechte Versorgung braucht es in erster Linie Wissen und Bildung. Die Betreuenden müssen über spezifisches Wissen zu Demenz verfügen, um adäquat auf die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz eingehen zu können. Das gilt für alle Angebote und auf allen Ebenen: sei es bei der Betreuung zu Hause durch Angehörige, in der Langzeitpflege (Spitex, Heim) oder im Akutspital.  

Knackpunkt Finanzierung

Die Finanzierung der Betreuung ist eine der Hauptsorgen von Angehörigen und Betroffenen. An der Finanzierbarkeit der einzelnen Angebote wird sich auch weisen, ob die Strategie zum Tragen kommt. Wobei gute Lösungen nicht a priori mehr kosten müssen. Wer in umfassende Begleitung, Bildung und Entlastungsangebote investiert, spart am Ende Kosten. Und: Die Kosteneffizienz einzelner Kostenträger darf nicht das Mass aller Dinge sein. Vielmehr gilt es, langfristige, vorausschauende Finanzierungsmodelle aus ganzheitlicher Perspektive zu entwickeln.