Loading

Politische Aktivitäten

Für die heute in der Schweiz lebenden 119'000 Menschen mit Demenz besteht ein eklatanter Mangel in den Bereichen Diagnose, Therapie, Betreuung sowie in der Entlastung der Angehörigen. In den nächsten 20 Jahren wird sich die Zahl der Betroffenen beinahe verdoppeln. Die Schweizerische Alzheimervereinigung setzt grosse Hoffnungen in die Nationale Demenzstrategie, die im November 2013 verabschiedet wurde.

 

Die Nationale Demenzstrategie geht zurück auf zwei Motionen von Jean-François Steiert und Reto Wehrli. Das Parlament hat die Vorstösse angenommen und im Oktober 2012 wurden das Bundesamt für Gesundheit BAG und die Schweizerische Konferenz der Gesundheitsdirektor/innen GDK mit der Umsetzung einer Nationalen Demenzstrategie beauftragt. Die Strategie soll Ziele und Massnahmen festlegen, wie die Betreuung von Demenzerkrankten in allen Stadien der Krankheit und die Früherkennung verbessert werden können. Sie zielt auch darauf ab, das Verständnis für Demenzkrankheiten und die Akzeptanz der Betroffenen zu fördern. Die Schweizerische Alzheimervereinigung hat zusammen mit weiteren Organisationen und Institutionen bei der Erarbeitung der Strategie massgeblich mitgewirkt.

 

Die Nationale Demenzstrategie 2014-2017 wurde im November 2013 vom Dialog Nationale Gesundheitspolitik, einer ständigen Plattform von Bund und Kantonen, verabschiedet.

 

In den Kantonen

Als erste Kantone haben Waadt und Wallis eigene Demenzpläne bzw. Standortbestimmungen erarbeitet. Im Kanton Waadt ist das „Programme Alzheimer“ bereits umgesetzt (s. Infobox). Neu liegt auch im Kanton Genf einen Bericht zu einem kantonalen Alzheimerplan vor. Die Schweizerische Alzheimervereinigung und ihre Sektionen setzen sich dafür ein, dass weitere Kantone diesen Beispielen folgen. In einigen Kantonen gibt es bereits entsprechende Bestrebungen.

 

Die Alzheimervereinigung wird auch die Umsetzung der Nationalen Demenzstrategie in den Kantonen kritisch begleiten.

 

Andere wichtige Vorstösse

Neben den Vorstössen, die direkt mit Demenzerkrankungen zu tun haben, sind für Menschen mit Demenz auch alle anderen Vorstösse, die Pflege und Betreuung betreffen, von Bedeutung. Das Thema Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige ist im Moment aktuell mit der Annahme eines entsprechenden Postulats durch den Nationalrat (vgl. auch Medienmitteilung ALZ vom 6.6.2013). Der Bundesrat soll darlegen, welche Unterstützungsangebote und welche Formen von Betreuungszulagen für pflegende Angehörige heute auf Stufe Gemeinde, Kanton und Bund existieren. Weiter soll er prüfen, wo es Defizite gibt, wie diese beseitigt werden können und was das kosten würde.

 

Weitere Vorstösse zu diesem Thema sind hängig:

Betreuungszulagen für pflegende Angehörige

Rahmenbedingungen für die Entlastung von pflegenden Angehörigen

 

 

Quellen: Bevölkerungsstatistik 2014 des Bundesamtes für Statistik (BFS), europäische Prävalenzraten (s. Alzheimer Europe) und Eckdaten der Schweizerischen Alzheimervereinigung. 

 

Oktober 2015