Loading

Versorgung in der Schweiz

Demenz im Akutspital

Menschen mit Demenz zeigen nach einem Spitalaufenthalt häufig stärkere Symptome als vor dem Eintritt. Sie entwickeln auch häufiger ein Delir und wegen der Schwierigkeiten in der Kommunikation kann es zu Fehlbehandlungen kommen. Die Alzheimervereinigung hält das Problem für dringlich und hat deshalb eine Befragung bei Akutspitälern durchgeführt und eine Weiterbildungstagung zum Thema organisiert.

 

Die Spitäler sind sich der Problematik bewusst, das macht die Umfrage deutlich. Erfreulich ist auch, dass eine Mehrheit der Befragten anerkennt, wie wichtig demenzspezifisches Wissen ist und dass es entsprechend ausgebildetes Personal braucht. Die Angehörigen werden als wichtige Informationsquelle wahrgenommen. Sie werden häufig bei der Pflege miteinbezogen und spielen eine Rolle, wenn es darum geht, den Patienten, die Patientin zu beruhigen.

 
Menschen mit Demenz in Schweizer Pflegeheimen
Zwei Drittel der Bewohner/-innen in den Pflegeheimen sind von Demenz betroffen. Das zeigt eine Auswertung von RAI-Daten von 2012 (s.unten). Diese Tatsache stellt die Heime und insbesondere das Personal vor vielfältige Herausforderungen. Die Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz ist aufwändig und anspruchsvoll. Die Studie zeigt ausserdem: Heimbewohner-/innen mit Demenz werden häufiger mit risikoreichen Medikamenten behandelt. 
 
Studien zur Grundversorgung (Klicken Sie auf die einzelnen Zeilen)
 
Auswertung von RAI-Daten (2012)

Die Schweizerische Alzheimervereinigung ist interessiert an möglichst robusten Daten zum Ausmass und zur Situation von Menschen mit einer Demenz in der Schweiz. Im RAI-System wird beim Eintritt in ein Alters- und Pflegeheim und in halbjährlichen Abständen ein klinisch-pflegerisches Asssessment nach international anerkannten Standards durchgeführt. Die Assessmentdaten werden elektronisch gespeichert und stehen damit grundsätzlich auch für Forschungsfragen zur Verfügung. Im Auftrag der Schweizerischen Alzheimervereinigung wurden Daten von über 26'000 Bewohnerinnen und Bewohner ausgewertet.

Mangelndes Angebot an Tagesstätten (2006)

Demenzspezifischen Tagesstätten decken in der Schweiz nur 12% des Bedarfs ab. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der  Schweizerischen Alzheimervereinigung unter 124 Tagesstätten für Menschen mit Demenz. Sie lieferte 2006 erstmals Informationen zu den Strukturen und zur Anzahl der verfügbaren Plätze. Ein typisches Schweizer Tageszentrum, das demenzkranke Menschen aufnimmt, verfügt über 11 Plätze für 10 Besucher pro Tag. Es ist an fünf Tagen pro Woche von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Damit kann der Bedarf von etwa 27 Menschen mit Demenz gedeckt werden, die das Tageszentrum an 2 Tagen pro Woche besuchen. Um den Gesamtbedarf zu decken, müsste es 980 solcher Tageszentren geben.

 

Die Situation hat sich inzwischen dank dem zunehmenden Bewusstsein bezüglich den spezifischen Bedürfnissen der Menschen mit Demenz sichtbar verbessert.

Aktuelle Versorgung (2004)

Im Jahr 2004 hatte nur ein Drittel der Demenz-Erkrankten eine Diagnose und ein Drittel wurde als „mit Verdacht auf Demenz“ beschrieben. Durch eine repräsentative Umfrage, die im Auftrag der Schweizerischen Alzheimervereinigung von gfs.bern im Jahre 2004 unter allen Hausärzten, allen Spitex-Diensten sowie allen Alters- und Pflegeheimen in der Schweiz durchgeführt wurde, konnte die aktuelle Demenzversorgung zum ersten Mal beschrieben werden. Die Situation hat sich inzwischen wahrscheinlich verbessert, z.B. in Hinblick auf den Anteil demenzerkrankter Menschen mit einer formellen Diagnose.

 

Die Broschüre Aktuelle Versorgung vergleicht die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen mit der tatsächlichen Versorgungssituation im Jahr 2004.

Grundversorgung (2002)

Der Bericht Grundversorgung Demenz beschreibt den Ist-Zustand und befasst sich in erster Linie mit der ambulanten ärztlichen und pflegerischen Behandlung, Betreuung und Begleitung der Menschen mit Demenz sowie mit der Situation ihrer Angehörigen. Er stellt dar, welche Versorgung nötig ist.

 

Die Schweizerische Alzheimervereinigung in Zusammenarbeit mit Pro Senectute Schweiz hat den Bericht im Jahr 2002 zu Handen der Fachstelle Altersfragen des Bundesamtes für Sozialversicherung verfasst.